Kapitel 0 · Willkommen im Gründungsjahrgang

Herzlich willkommen. Sie halten die erste Lektion Ihrer Ausbildung in den Händen — oder Sie hören sie gerade, denn jede Lektion dieses Kurses gibt es doppelt: als Hörbuch für unterwegs und als E-Book zum Nachlesen und Markieren. Beide sind inhaltsgleich. Sie können also im Auto oder beim Spazierengehen hören und abends im Text die Stellen wiederfinden, die Sie vertiefen möchten.

Bevor wir in den Fachstoff einsteigen, nehmen wir uns in diesem Kapitel Zeit für das, was in einer ersten Woche wirklich zählt: Sie sollen wissen, wohin die Reise geht, wie wir gemeinsam arbeiten und wie Sie Ihr digitales Lernportal bedienen. Wenn Sie dieses Kapitel gelesen haben, kennen Sie den Fahrplan bis zu Ihrer Überprüfung — und Sie wissen, warum dieser Kurs anders aufgebaut ist als ein klassisches Lehrbuch.

Ein Wort zur Anrede: Wir sprechen Sie in allen Materialien mit „Sie" an, aber wir sprechen mit Ihnen, nicht über Ihre Köpfe hinweg. Sie sind erwachsene Menschen, die neben Beruf und Familie etwas Neues lernen. Genau dafür ist dieser Kurs gebaut.

Der Weg bis zum 17. März 2027: fünf Etappen

Ihre Ausbildung dauert neun Monate, vom Kursstart am Dienstag, dem 1. September 2026, bis zum Ende der mündlichen Phase im Mai 2027. Der wichtigste Termin steht dabei von Anfang an fest: Die schriftliche amtsärztliche Überprüfung findet bundeseinheitlich am Mittwoch, dem 17. März 2027 statt — dem dritten Mittwoch im März. Von diesem Datum aus haben wir den gesamten Kurs rückwärts geplant. Stellen Sie sich den Weg dorthin als eine Wanderung in fünf Etappen vor:

Etappe 1 — Grundlagen & Befund (Woche 1 bis 5, September): Sie lernen die Fachsprache, mit der psychische Auffälligkeiten beschrieben werden, die Grundlagen von Gesprächsführung und Anamnese, das Ordnungssystem der Diagnosen — und, bewusst früh im Kurs, den professionellen Umgang mit Suizidalität und Krisen. Am Ende dieser Etappe steht Ihr erster Modultest.

Etappe 2 — Störungsbilder systematisch (Woche 6 bis 16, Oktober bis Dezember): Hier arbeiten Sie sich Woche für Woche durch die großen Krankheitsbilder — von der Depression über die Schizophrenie bis zu Suchterkrankungen, Demenzen und Persönlichkeitsstörungen. Das ist der inhaltliche Kern der Ausbildung.

Weihnachtspause (zwei Wochen um den Jahreswechsel): Keine neue Lektion, keine Live-Termine. Wer mag, wiederholt freiwillig mit den Lernkarten und einem großen Jahresendquiz — wer durchatmen will, atmet durch.

Etappe 3 — Vertiefung & Fallarbeit (Woche 19 bis 24, Januar/Februar): Jetzt verbinden Sie das Gelernte. Differenzialdiagnostik, Therapieverfahren, Recht und Psychopharmaka kommen dazu, und in der Fallarbeit durchlaufen Sie alle Störungsbilder ein zweites Mal — diesmal quer, an echten Fallgeschichten entlang.

Etappe 4 — Prüfungssimulationen (Woche 25 bis 28, Februar/März): Vier Wochen lang schreiben Sie jede Woche eine komplette Prüfungssimulation unter Originalbedingungen, mit kommentierter Auswertung. Ihre Nacharbeit richtet sich dann gezielt nach Ihren persönlichen Lücken — dazu gleich mehr beim Prüfungsreife-Score.

Nach der Prüfungswoche mit der schriftlichen Überprüfung am 17. März folgt die Etappe 5 — die mündliche Phase (bis Anfang Mai): Wir schalten um auf das Fachgespräch beim Gesundheitsamt und üben es in wöchentlichen Simulationen in Kleingruppen, bis Ihre Ladung kommt.

Sie müssen sich diesen Plan nicht merken. Er hängt als Zeitleiste in Ihrem digitalen Lernportal, und wir erinnern Sie an jeder Weggabelung daran, wo Sie gerade stehen. Wichtig ist nur ein Gedanke: Jede einzelne Woche hat ihren festen Platz auf dem Weg zum 17. März. Nichts in diesem Kurs ist Füllmaterial.

Die Lernmethode „Prüfungsrückwärts"

Die meisten Lehrgänge beginnen beim Stoff und hoffen, dass er irgendwann zur Prüfung passt. Wir machen es umgekehrt — und das ist der wichtigste Satz dieses Kapitels: Dieser Kurs ist von der Prüfung aus rückwärts gebaut.

Unser Institut arbeitet mit einem Archiv von Original-Prüfungsfragen aus dreißig Jahren amtsärztlicher Überprüfungen. Aus diesem Archiv wissen wir sehr genau, welche Themen die Gesundheitsämter tatsächlich fragen, wie sie fragen und mit welchen Formulierungen sie Kandidatinnen und Kandidaten gern aufs Glatteis führen. Jede Lektion dieses Kurses ist an diesem Archiv ausgerichtet: Was häufig geprüft wird, bekommt viel Raum. Was selten oder nie geprüft wird, wird knapp behandelt oder klar als Hintergrundwissen markiert.

Konkret erleben Sie das in jedem Wochenrhythmus zweimal:

Das Einstiegsquiz steht am Anfang jeder Woche: fünf Original-Prüfungsfragen zum neuen Thema — bevor Sie irgendetwas gelernt haben. Das fühlt sich beim ersten Mal ungewohnt an, vielleicht sogar unfair. Es ist aber Absicht, und zwar aus zwei Gründen. Erstens zeigt Ihnen das kalte Quiz, wie die Prüfung wirklich klingt — Sie entwickeln von Woche eins an ein Gefühl für die amtliche Fragesprache. Zweitens lernt Ihr Gehirn nachweislich besser, wenn es sich an einer Frage schon einmal versucht hat, bevor die Antwort kommt. Ein falsch beantwortetes Einstiegsquiz ist also kein Misserfolg, sondern der erste Lernschritt der Woche. Niemand außer Ihnen sieht Ihr Ergebnis im Detail.

Das Abschlussquiz steht am Ende jeder Woche: fünfzehn Original-Prüfungsfragen zum gelernten Stoff, jede mit einer kommentierten Lösung, die Ihnen erklärt, warum die richtige Antwort richtig ist — und warum die falschen so verführerisch klingen. Der Abstand zwischen Ihrem Einstiegs- und Ihrem Abschlussergebnis ist Ihr sichtbarer Lernfortschritt der Woche. Viele Teilnehmende berichten, dass genau dieser wöchentliche „Vorher-nachher-Moment" sie durch die neun Monate trägt.

Aus allen Ihren Quiz-Ergebnissen errechnet das Lernportal fortlaufend Ihren Prüfungsreife-Score: einen Prozentwert, der angibt, wie sicher Sie den Stoff aktuell beherrschen — gewichtet danach, wie häufig ein Thema in dreißig Jahren tatsächlich geprüft wurde. Ein Thema, das in fast jeder Prüfung vorkommt, zählt in Ihrem Score stärker als eine Randnotiz. Sie sehen dabei nicht nur einen Gesamtwert, sondern auch den Wert je Modul — so erkennen Sie auf einen Blick, wo Nacharbeit lohnt. Als „prüfungsreif" gilt in unserem System, wer in drei aufeinanderfolgenden Vollsimulationen stabil fünfundachtzig Prozent oder mehr erreicht — bewusst deutlich über der amtlichen Hürde von fünfundsiebzig Prozent, damit ein Puffer für die Prüfungsnervosität bleibt.

Und damit zu dem, was der Score nicht ist: Er ist keine Bestehens-Garantie und kein Versprechen. Niemand kann Ihnen das Ergebnis einer amtlichen Überprüfung garantieren, und wer das behauptet, ist unseriös. Der Score ist ein nüchternes Messinstrument: Er zeigt Ihnen Ihren Vorbereitungsstand und steuert Ihre Wiederholung — nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Rundgang durch Ihr digitales Lernportal

Alles, was zu diesem Kurs gehört, finden Sie an einem einzigen Ort: in Ihrem digitalen Lernportal. Ihre Zugangsdaten haben Sie per E-Mail erhalten; der Zugang gilt für 24 Monate — also weit über das Kursende hinaus, damit Sie auch nach der Überprüfung noch nachschlagen können. Nehmen Sie sich in dieser ersten Woche eine halbe Stunde Zeit und klicken Sie sich einmal in Ruhe durch. Das werden Sie finden:

Die Wochenabschnitte. Der Kurs ist in Wochen gegliedert, und jede Woche hat ihren eigenen Abschnitt — durchnummeriert von Woche 1 bis Woche 36. Der aktuelle Wochenabschnitt steht immer oben. In jedem Abschnitt liegen dieselben sieben Bausteine in derselben Reihenfolge: das Einstiegsquiz, das Hörbuch, das E-Book, die Lernkarten, die ICD-11-Ausblick-Box (dazu später mehr), das Abschlussquiz und der Zugang zum Live-Termin. Diese Gleichförmigkeit ist gewollt: Nach zwei, drei Wochen müssen Sie nicht mehr nachdenken, wo etwas liegt — Ihr Kopf ist frei für den Stoff.

Hörbuch und E-Book. Das Hörbuch jeder Lektion dauert etwa dreißig bis fünfundvierzig Minuten und lässt sich direkt im Portal abspielen oder herunterladen. Das E-Book liegt als PDF daneben. Ein bewährter Rhythmus: erst einmal komplett hören (Pendeln, Sport, Hausarbeit — Hörzeit findet sich fast immer), dann im E-Book gezielt nachlesen und markieren.

Die Lernkarten. Zu jeder Woche gehört ein Stapel digitaler Lernkarten mit den Kernbegriffen, Definitionen und Abgrenzungen — diese Woche sind es zwanzig. Das Portal zeigt Ihnen die Karten nach dem Prinzip der verteilten Wiederholung wieder vor: Was Sie sicher können, kommt seltener, was wackelt, kommt öfter. Zehn Minuten Lernkarten am Tag wirken über neun Monate mehr als jede Wochenend-Lernaktion.

Die Quizze. Einstiegs- und Abschlussquiz starten Sie direkt im Wochenabschnitt. Ihre Ergebnisse fließen automatisch in Ihren Prüfungsreife-Score ein, den Sie jederzeit in Ihrer Bewertungsübersicht einsehen können.

Der Live-Termin. Jeden Mittwoch von 19:00 bis 20:30 Uhr treffen wir uns live per Videokonferenz — den Teilnahmelink finden Sie im jeweiligen Wochenabschnitt. Dort besprechen wir gemeinsam einen Fall zur Wochenlektion, und Sie können alle Fragen stellen, die sich beim Lernen angesammelt haben. Ihr erster Live-Termin ist schon diese Woche: Mittwoch, der 2. September 2026. Wer einmal nicht dabei sein kann, verpasst nichts Unwiederbringliches: Jeder Termin wird aufgezeichnet, und die Aufzeichnung steht anschließend im Portal.

Wenn technisch etwas hakt — Zugangsdaten, Abspielprobleme, Quiz startet nicht —, schreiben Sie uns einfach über die im Portal hinterlegte Kontaktmöglichkeit. Kämpfen Sie nicht allein mit der Technik; das ist keine Prüfungsleistung.

Die Überprüfung in Zahlen

Reden wir offen über das Ziel, auf das Sie sich vorbereiten. Wer „Heilpraktiker für Psychotherapie" — amtlich: Heilpraktiker, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie — werden will, muss eine amtsärztliche Überprüfung beim Gesundheitsamt bestehen. Sie besteht aus zwei Teilen.

Der schriftliche Teil: 28 Multiple-Choice-Fragen, also Auswahlfragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Dafür haben Sie je nach Amt etwa 55 bis 60 Minuten Zeit. Zum Bestehen brauchen Sie mindestens fünfundsiebzig Prozent — das sind 21 von 28 Fragen. Sie dürfen also sieben Fragen falsch beantworten und trotzdem bestehen. Diese Zahl lohnt es sich zu merken, denn sie entlastet: Es geht nicht um Perfektion, es geht um solide Sicherheit im Kernstoff. Die schriftlichen Termine sind bundeseinheitlich — immer der dritte Mittwoch im März und der zweite Mittwoch im Oktober. Ihr Termin ist der 17. März 2027.

Der mündliche Teil: Wer die schriftliche Hürde genommen hat, wird einige Wochen später zum Fachgespräch geladen — meist im April oder Mai, je nach Gesundheitsamt. Dieses Gespräch dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten. Geführt wird es von einer Amtsärztin oder einem Amtsarzt, oft mit Beisitzern. Typische Inhalte: einen psychischen Befund vortragen, eine Fallgeschichte diagnostisch einordnen, Grenzen der eigenen Erlaubnis benennen, mit einer Krisensituation umgehen. Genau darauf bereitet Sie die Etappe 5 dieses Kurses gezielt vor.

Die Zulassungsvoraussetzungen sind formal überschaubar: Sie müssen mindestens 25 Jahre alt sein, mindestens einen Hauptschulabschluss haben, ein erweitertes Führungszeugnis ohne relevante Einträge vorlegen und ein ärztliches Attest, dass Sie gesundheitlich zur Ausübung des Berufs geeignet sind. Den Antrag stellen Sie bei dem Gesundheitsamt, das für Ihren Wohnort zuständig ist — kümmern Sie sich rechtzeitig um die Unterlagen, wir erinnern Sie im Kursverlauf daran.

Und ein Punkt, den wir grundsätzlich transparent ansprechen: Für die Überprüfung erhebt das Gesundheitsamt Amtsgebühren, die je nach Amt etwa zwischen 300 und 600 Euro liegen. Diese Gebühren sind nicht im Kurspreis enthalten — planen Sie sie bitte von Anfang an in Ihr Budget ein.

Zum Schluss dieses Abschnitts noch einmal in aller Klarheit, was dieser Kurs ist und was er nicht ist: Er ist eine gründliche, transparente Vorbereitung auf die amtsärztliche Überprüfung nach HeilprG. Er ist keine Bestehens-Garantie — die kann und darf es nicht geben. Was wir Ihnen zusagen können: einen Weg, der von der Prüfung aus gedacht ist, Material aus dreißig Jahren echter Prüfungen und eine Begleitung, die Ihre Lücken sichtbar macht, solange noch Zeit ist, sie zu schließen.

Ihr Wochenfahrplan: 7,5 Stunden sinnvoll verteilen

Dieser Kurs ist berufsbegleitend angelegt und kalkuliert mit rund siebeneinhalb Stunden pro Woche. Das klingt nach viel, verteilt sich aber gut, wenn Sie es planen. Hier ein Vorschlagsplan, den Sie an Ihren Alltag anpassen dürfen:

  • Montag (ca. 30 Minuten): Einstiegsquiz „kalt" — fünf Fragen, ohne Vorbereitung, mit Neugier statt Ehrgeiz. Danach das Hörbuch starten.
  • Dienstag bis Donnerstag (ca. 45 Minuten Hörbuch, dazu über die Tage verteilt ca. 90 Minuten Lesen): Hörbuch fertig hören, das E-Book durcharbeiten, Wichtiges markieren.
  • Täglich nebenbei (in Summe ca. 60 Minuten): Lernkarten — lieber sechsmal zehn Minuten als einmal eine Stunde.
  • Mittwochabend (90 Minuten): der Live-Termin, 19:00 bis 20:30 Uhr.
  • Freitag oder Samstag (ca. 60 Minuten): Abschlussquiz mit kommentierten Lösungen in Ruhe durcharbeiten.
  • Wochenende (ca. 90 Minuten): freie Wiederholung — was hat gewackelt? Noch einmal die betreffende Passage lesen oder hören.

Ein offenes Wort dazu: Es wird Wochen geben, in denen der Beruf, die Familie oder das Leben dazwischenkommen. Das ist eingeplant. Wenn eine Woche eng wird, gilt die Notfall-Reihenfolge: erst das Hörbuch, dann die Lernkarten, dann das Abschlussquiz. Und die Weihnachtspause sowie die Spiral-Wiederholungen in den Etappen 3 und 4 sind eingebaute Auffangnetze — in diesem Kurs geht nichts endgültig verloren, was Sie einmal verpasst haben.

So, das war das Organisatorische. Jetzt wird es Zeit für den Grund, aus dem Sie hier sind: den Fachstoff. Wir beginnen — und das ist kein Zufall — mit dem Fundament von allem, was noch kommt.

Das nehmen Sie mit:

  • Der Kurs ist von der Prüfung am 17. März 2027 aus rückwärts gebaut: Jede Woche beginnt und endet mit Original-Prüfungsfragen aus dreißig Jahren amtsärztlicher Überprüfungen.
  • Die schriftliche Überprüfung: 28 Multiple-Choice-Fragen in etwa 55 bis 60 Minuten, bestanden ab 75 Prozent — also 21 richtigen Antworten; danach folgt ein mündliches Fachgespräch von 30 bis 60 Minuten. Amtsgebühren von etwa 300 bis 600 Euro kommen zum Kurspreis hinzu.
  • Ihr Prüfungsreife-Score zeigt Ihren Vorbereitungsstand, gewichtet nach echter Prüfungshäufigkeit — er ist ein Messinstrument, keine Bestehens-Garantie.